ProAlter 3/2017

Keine Frage des Alters: Berühren, streicheln, kuscheln

Art.-Nr.: 8113, Hrsg.: Kuratorium Deutsche Altershilfe (Hrsg.), Veröff.: 2017, Seiten: 56

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Körperkontakt wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Er baut das Selbstwertgefühl auf und Stress ab. Auch Schmerzen werden durch Körperkontakt gelindert und Depressionen entgegengewirkt. Durch Körperkontakt – ohne sexuelle Intentionen – werden positive Emotionen im Gehirn ausgelöst. Selbst kurze Umarmungen können diese Effekte auslösen.
Vor allem bei Menschen mit Demenz, die mit Worten nur noch schwer zu erreichen sind, wird die Kommunikation über das Berühren wichtiger.
Doch wenn es um Sexualität geht, befinden sich vor allem pflegende Kinder von Menschen mit Demenz in einem Dilemma: Einerseits wollen sie, dass es ihrem Elternteil gut geht, andererseits sehen sie ihre Eltern nicht als sexuelle Wesen, erst recht nicht im Alter. Ältere und Menschen mit Demenz sind aber keine geschlechtslosen Wesen. Sie haben ein sexuelles Selbstbestimmungsrecht und dürfen selbst entscheiden, ob und mit wem sie Sex haben. Das Einverständnis der anderen Person natürlich vorausgesetzt.
Konflikte sind da vorprogrammiert. Ethische Fallbesprechungen werden für die Fortbildung in der Altenpflege immer wichtiger. Ein Ausweg aus dem Dilemma können Sexualassistenzen für Senioren und Menschen mit Demenz und Behinderung sein.

Themen dieser Ausgabe:
Keine Frage des Alters: Berühren, streicheln, kuscheln

Vom Zauber der Berührung
Körperkontakt und Kommunikation in der Pflege
Renate Berner

Bedürfnis nach Nähe
Homo hapticus: Die Bedeutung des Tastsinns
Dagmar Paffenholz, Katharina Werneburg

Liebe, Lust, Demenz und Scham
Über den Umgang mit Sexualität in der Pflege
Christine Sowinski, Annette Scholl

Entlastungs- und Schutzräume schaffen
Ethische Fallbesprechungen in der Fortbildung zu Sexualität, Intimität und Nähe
Dagmar Paffenholz

Zeit für Zärtlichkeit
Die Agentur Nessita empfiehlt Sexualassistenzen
Inteview mit Gabriele Paulsen

Menschen
Die ästhetische Seite des Lebens
Porträt der Kulturgeragogin Nicole Brögmann
Kim de Groote

Leben
Erkennen Sie die Melodie?
Seit zehn Jahren: „Wir tanzen wieder“
Dagmar Paffenholz

Management
Wohnungs- und Sozialwirtschaft im Quartier
Das Projekt „Lebenslanges Wohnen in
meinem Quartier“ in Hagen
Anne Dellgrün

Bildung
Hilfe bei Konflikten in der Pflege
Ambulante Ethikberatung in Hessen
Britta Wilken, Dagmar Paffenholz

Forschung
Tanzen gegen das Vergessen
Studien zu Tanzen als Demenzprävention
Notger G. Müller, Patrick Müller